Da der Wind und der Wellenschlag immer mehr zugenommen haben, war an Schlag überhaupt nicht zu denken. Es gluckste, gurgelte, knarrte, pfiff und immer wieder gab es harte Schläge wenn die Nemesis von besonders großen Wellen hochgehoben worden ist und wieder auf die Wasseroberfläche zurück knallte.

Um 3:35 klopfte plötzliche Robert gegen unsere Kojen-Tür und rief „Leo, komm schnell raus“.

Wenige Augenblicke später stand ich im Cockpit und fragte was los sein.

Robert sagte das unsere Backbord-Nachbarn ablegen wollen und sie vermuten das unser Anker über Ihrem liegt.

Das hieß für uns das wir schlimmstenfalls ebenfalls ablegen mussten.

Da es kalt war und zudem nieselte, zog ich eine lange Hose und erstmalig nach fast 6 Wochen die Regenjacke an.

Das englische Pärchen das ablegen wollte, hantierte hektisch auf der wild auf und ab hüpfenden Segelyacht. Ob das mal gut geht!

Wir steckten unser Stromkabel ab, und klappten den Steg ein. Was bei Sonnenschein und ohne Wellenschlag nicht mal der Rede wert ist, wurde nun zu einem Unterfangen bei dem jeder Schritt und jeder Handgriff wohl überlegt sein musste.

Zudem brachten wir die Nemesis auf mehr Abstand von der Mole.

Inzwischen wurden durch die englische Panikaktion unser Steuerbord-Nachbar aufgeschreckt und auch der Backbord-Nachbar der Engländer.

Der halbe Steg war also auf den Beinen.

Von der Nemesis kamen Walter, Sigi und Norman dazu.

Welch ein Spaß morgens um 4:00!

Als die Engländer nach langwierigen Vorbereitungen endlich ablegten, drückte es sie mit deren Heck gegen die Nemesis. Wir hielten unseren großen Kugelfender dazwischen.

Der Bug der Engländer berührte deren Backbord-Nachbar-Yacht.

Es sah sehr chaotisch aus, zudem hüpfte die Yacht durch den Wellenschlag und den starken Wind immer mehr.

Letztendlich legten Sie ab und holten Ihren Anker ein, ohne das unserer mit rausgerissen worden ist.

Wir legten noch eine Spring und gingen dann wieder in die Kojen.

Erst gegen 6:00 ließ der Wellenschlag etwas nach und so konnte jeder wenigsten noch ein paar Stunden bis 9:00 schlafen.

 

ein Kommentar

  1. Und leider hatte niemand einen Fotoapparat zur Hand, um dies auch bildlich festzuhalten. Wen wundert’s…

    Auch das gehört zu einem Segeltörn.

    LG, Robert

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